Der Verein stellt sich vor...
 

Wir sind ein 35 MusikerInnen starker Verein und spielen alles, was das Herz begehrt. Mit unserem Musik-Programm decken wir so ziemlich alles ab, was es so in der Blasmusik gibt. Von klassischen Märschen, Walzer etc. über Evergreens (Beatles) bis hin zu modernen Schlagern...

Derzeit haben wir ca. 20-25 NachwuchsmusikerInnen in unserer vereinseigenen Ausbildung. Vertreten sind wir auf Schützenfesten, Jubiläen, Musikfesten, Konzerten, Karneval,....



Karneval 2003 mit Prinz Franjo I. und Prinzessin Uschi

 

Aus der Jubiläumsbroschüre "100 Jahre Musikverein Füchtorf" zur Geschichte des Vereins:

Seit dem Gründungsjahr im Sommer 1896 hat sich viel verändert Telefon wurde zu dieser Zeit noch mit `ph` geschrieben und Computerviren hätte man für die schlimmsten Krankheitserreger halten können. Heute wissen wir manches besser, aber vieles ist so geblieben wie es schon immer war. Welche Gründe Anton Heuer dazu bewegten, in diesem Jahr den Musikverein Füchtorf zu gründen, ist zwar nicht dokumentiert, aber es war entweder der olympische Geist, der ihn inspirierte, denn im gleichen Jahr sollten die ersten olympischen Spiele der Neuzeit in Athen stattfinden, oder er hatte erkannt, daß Musik in der Gemeinschaft mehr Spaß macht als alleine. Innerhalb des Vereins ist man sich natürlich sicher, daß es nur der zweite Grund gewesen sein kann, sonst wäre jegliche Vereinstätigkeit nach den beiden Weltkriegen nicht wieder aufgenommen worden.

Schließlich fand sich eine kleine Besetzung für die vorhandenen Instrumente, die zum Teil von dem wohlhabenden Junggesellen H. Finke finanziert wurden. Mit der polizeilichen Genehmigung vom 09. August 1896, die der Ehrenamtmann Freiherr von Korff als Chef der Polizeibehörde unterzeichnete, wurden auch die behördlichen Verpflichtungen erfüllt.
Nachdem das 25-jährige-Bestehen im Jahr 1921 nicht stattfand, weil unser Land noch schwer an den Folgen des Ersten Weltkriegs zu tragen hatte und dies auch nicht anders war als im Jahr 1946 das 50-jährige-Bestehen gefeiert werden sollte, so wurde das Jubiläum zum Dreivierteljahrhundert 1971 in einem gebührenden Rahmen durchgeführt. Zu diesem ersten gefeierten Anlaß erschien in der ´Glocke´ folgender Artikel, der von der Gründung des Musikvereins bis zu diesem Tage die wichtigsten Daten festhält.

´Die Glocke´: Samstagsausgabe für den 21. & 22. August 1971

Musikverein Füchtorf feiert Jubiläum
Heimatabend, Jubelfeier, Gesellschaftsabend zum 75-jährigen-Bestehen

F ü c h t o r f. In Füchtorf feiert man an diesem Wochenende Jubiläum: Der Musikverein wird 75 Jahre alt. Nachdem die 25-Jahr-Feier und auch das 50. Jubiläum den beiden Kriegen zum Opfer gefallen sind, feiert der Musikverein in diesem Jahr sein erstes großes Jubelfest. Zwölf Musikvereine, Spielmannszüge und Blaskapellen aus den Nachbargemeinden haben fest zugesagt, zusammen mit dem Füchtorfer Musikverein allen Gästen viele frohe und vergnügte Stunden zu bereiten. Den Auftakt zum Jubiläum bildet am Samstagabend ein Fackelzug durch das Dorf und ein anschließender Heimatabend. Am Sonntag geht es nach einem Weckruf und einem feierlichen Hochamt mit dem Empfang der auswärtigen Vereine und einer Jubelfeier auf Schloß Harkotten weiter. Den Abschluß bildet am Sonntagabend ein großer Festball.

Das offizielle Gründerdatum des Füchtorfer Musikvereins ist der 19. Juli 1896. Hier zunächst die Vorgeschichte der Gründung: Die Zeit vor der Jahrhundertwende kannte kaum größere Tanzveranstaltungen oder Konzerte, wie sie heute alltäglich sind. Die Jugend traf sich nach Feierabend oder an Wochenenden auf den Höfen, spielte, sang und tanzte. Musik und Tanz war für sie die einzige Abwechslung in ihrem Arbeitsalltag. Die Voraussetzungen für die Gründung eines Musikvereins waren also sehr günstig. So fehlte eigentlich nur der Mann der Initiative und des Anstoßes.

Anton Heuer der Gründer

1896 war es dann soweit. Anton Heuer, seines Zeichens Müllermeister, der in Osnabrück Musikunterricht genommen hatte, gründete am 19. Juli 1896 den Verein, zusammen mit August Finke, Heinrich Kipp, Wilhelm Redmann, August Kuhlmann, Heinrich Abke, Heinrich Ruhe, Heinrich Schlemann, Josef Springmeier, A. Kottenhoff, Wilhelm Rehbaum, F. Wensing und F. Schlingmann. Die polizeiliche Genehmigung wurde am 09. August 1896 zu Sassenberg erteilt. Dirigent und Vorsitzender des Vereins wurde Anton Heuer, und er blieb es für Jahrzehnte.
Im Musikverein herrschte strenge Disziplin. Jeder zahlte einen Monatsbeitrag von 25 Pfennig, und wer gar nicht erschien 15 Pfennig. Kapellmeister Heuer führte seinen Verein aber nicht nur mit Strenge, sondern auch mit viel Humor.

"Einen Liter Schluck"

Im Verein wurden die Feste gefeiert, wie sie fielen. Dafür spricht im Kontobuch die häufige Bezeichnung "L.S.", was einen Liter Schluck bedeutet.

Ein gutes Jahrzehnt nach der Gründung stieß Organist und Küster Bernhard Tellen zur Musikkapelle. Er brachte allen Mitgliedern die Noten bei und hob die musikalische Qualität des Vereins. Er veranlaßte die Kapelle auch zum häufigen Spielen beim Gottesdienst.

1910 wurde die Füchtorfer Feuerwehr gegründet, und die Musikkapelle trat ihr geschlossen bei. Nach jeder größeren Übung spielte die Kapelle, und hinterher war gemütliches Beisammensein. Im Kontobuch stand dann wieder geschrieben: "L.S.".

Nach dem ersten Weltkrieg kam es für einige Jahre zur Gründung eines Streichorchesters. Man gab Konzerte, spielte bei Theaterstücken der Füchtorfer Laienbühne und trug zur Verschönerung von kirchlichen und weltlichen Festen bei.

Während der NS-Zeit bemühte sich der Musikverein Füchtorf um seine Selbständigkeit, die den Beitritt in den Reichsmusikbund forderten. Die Füchtorfer aber blieben ihrem Vorsatz treu und ließen sich nicht zum Beitritt verleiten. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges kam dann aber jede Vereinstätigkeit zum Erliegen.

Im Frühjahr 1947 trafen sich dann einige ehemalige Mitglieder der Kapelle und Interessenten im Hause des Sattlermeisters Josef Kipp, um den Verein neu ins Leben zu rufen. Natürlich war auch Anton Heuer, inzwischen über 70 Jahre alt, mit von der Partie. Er wurde wieder Vorsitzender und Kapellmeister. Es wurde wieder wöchentlich geübt, man spielte wieder zu den verschiedensten Anlässen.

1954, nach seinem 80. Geburtstag, legte Anton Heuer sicher wehmütigen Herzens seinen Vorsitz nieder, und Josef Pohlschmidt wurde sein Nachfolger. Einstimmig ernannte der Musikverein Anton Heuer zu seinem Ehrenvorsitzenden.

Anfang der 50er Jahre wechselte der Musikverein seinen Kapellmeister. Eduard Zydek wurde durch Erich Breiter aus Versmold ersetzt. Dieser war Berufsmusiker und leitete mehrere Gemeinschaften. Im Vorsitz löste Albert Pohlschmidt seinen Bruder Josef ab, und seit 1968 ist Willi Versmold erster Vorsitzender. 1969 übernahm der allseits bekannte Heinrich Bußmeyer aus Warendorf die Füchtorfer Kapelle, und mit ihm ging es wieder einen Schritt aufwärts.


In den Anfangsjahren nach der Gründung war nicht genügend Geld für eine einheitliche Uniform vorhanden. Erst als 1910 geschlossen der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten wurde erhielt der Musikzug eine Uniform.

Doch wie schon erwähnt wurden alle Aktivitäten innerhalb des Ersten Weltkrieges eingestellt. Die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen führten zu einer langsamen Wiederfindung der alten Gewohnheiten.

In der NS-Zeit blieb der Verein seinem Motto:"Blieft wat Ji sind, blieft vö Ju." treu. Es wurde zu verschiedenen Anlässen aufgespielt, aber dem Reichsmusikbund nicht beigetreten.

Auch der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erstarren und somit wurde das 50-jährige-Bestehen nicht gefeiert. Aber auch damals, im Jahre 1947, gab es wieder eine Initiative, um die Musikkapelle nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es fanden sich ehemalige und auch neue Mitglieder, die nun zu verschiedensten Festen spielten. So wurde wieder in der Kirche, bei Prozessionen, in Warendorf zu Maria Himmelfahrt und dem ersten Füchtorfer Schützenfest der Zapfenstreich und der Weckruf geblasen.

In den 50er Jahren wechselte nicht nur der Kapellmeister Erich Breiter seinen Vorgänger Eduard Zydek ab, der mit seiner strengen militärischen Zucht und Ordnung der zunehmenden Zivilisierung des Alltagslebens nicht mehr konform ging, sondern es veränderte sich auch die Uniform des Musikvereins Füchtorf, jedoch zierte das Vereinswappen noch nicht die Ärmel.

Wie die Musikkapelle zum Vereinswappen kam, beschreibt der folgende Artikel.

´Die Glocke`: Dienstagsausgabe für den 24. August 1971
Eine Lilie zum Jubiläum des Musikvereins

F ü c h t o r f. Ein stimmungsvolles Konzert mit Musikfreunden aus Ostbevern, Sassenberg, Warendorf und anderen Nachbargemeinden gab der Musikverein zu seinem 75-jährigen-Bestehen in der großen Freianlage des Schlosses Harkotten. Nach über 10.000 Stunden Instrumentalmusik, die der Verein von 1896 in den Jahren seines Bestehens bewältigt hat, erlebten zahlreiche Zuschauer der Schloßanlage von Ferdinand Freiherr von Korff zu Harkotten eine Jubiläumsveranstaltung, die die Freude an der Musik und den Chorgeist aller Konzertanten eindrucksvoll dokumentierte.
Dem Vorsitzenden des Musikvereins, Willi Versmold, überreichte Ferdinand von Korff im Verlauf der Veranstaltung eine Urkunde. Dem Verein verlieh er das Wappen der Familie von Korff, das alle Mitglieder der Musikvereinigung künftig am Ärmel ihrer Uniform tragen werden.
Auf dem Schild dieses Wappens prangt eine französische Lilie. König Ludwig von Frankreich soll einer Legende zufolge diese Lilie der Familie von Korff angeboten haben, weil ihn ein Sproß der Familie aus einem reißenden Fluß gerettet hatte. Ritter Korff entschied sich damals freudigen Herzens für das Wahrzeichen des französischen Königshauses, obwohl er statt dessen auch ein Lehnsgut hätte annehmen können. Im Mittelalter muß die Blume des Idealismus wohl mehr geblüht haben als in der heutigen Zeit.
Das Geschenk aus adligem Hause nahm jedoch auch Willi Versmold gern für seinen Verein entgegen. Es war ein schöner Lohn für einen Verein, der heute so lebendig musiziert wie vor 75 Jahren.
Im herrlichen Park des Schlosses fand die musikalische Großveranstaltung eine vorzügliche Kulisse. Unser Bild zeigt, wie Ferdinand Freiherr von Korff dem Vorsitzenden des Jubiläumsvereins, Willi Versmold, eine Urkunde mit dem Familienwappen überreicht.

Zu dieser Zeit bestand der Musikverein Füchtorf aus einer kleinen überschaubaren Mannschaft. Im Jubiläumsjahr musizieren mehr als 40 Aktive auf über einem Dutzend verschiedener Instrumente und Stimmen. Es stellt sich somit die Frage, wie es zu diesem Zuwachs beziehungsweise zu dieser Begeisterung für die Musik kommt.

Grundlage für die heutige Stärke des Vereins ist eine stetige Nachwuchsförderung. So entstand 1967 unter Erich Breiter eine erste kleine Gruppe, die an dem Erlernen eines Instrumentes interessiert war. Auch unter Heinrich Bußmeyer aus Warendorf entstand zu Beginn der 70er Jahre eine weitere Gruppe von Jugendlichen, die nach drei Jahren so weit war, dass sie in den Musikzug integriert werden konnte. Diese beiden ersten Gruppen von Nachwuchsmusikern fanden sich zum größten Teil aufgrund von privater Initiative zusammen. Erst als Dieter Wolf 1982 die musikalische Führung übernahm, wandte man sich an die Öffentlichkeit um neue interessierte Jugendliche für ein Instrument zu finden.

Diesbezüglich erschien in der Tageszeitung `Westfälische Nachrichten´ ein beispielhafter Artikel, der für neue Mitglieder werben sollte:

Junge Menschen an die Musik heranführen
Musikverein gründet Nachwuchsgruppe / Instrument zum Informationsabend mitbringen

- ed - F ü c h t o r f. Das Ziel des Füchtorfer Musikvereins ist klar: Junge Menschen an die Musik heranführen. Eine Nachwuchsgruppe für Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 14 Jahren soll jetzt gegründet werden. Musikinteressierte Kinder haben die Möglichkeit, innerhalb von drei Jahren ein Instrument zu erlernen und anschließend im Musikverein mitzuspielen. Zur Auswahl stehen: Klarinette, Trompete, Horn, Posaune, Tenorhorn oder Schlagzeug. Und wer jetzt ein anderes Instrument erlernen möchte - Saxophon zum Beispiel? Kein Problem signalisiert Kapellmeister Dieter Wolf. "Die Teilnahme ist nicht abhängig von den zuvor genannten Musikinstrumenten."

Ansprechen möchte der Musikverein einfach alle Kinder, die Spaß am Erlernen eines Musikinstrumentes haben. Welches, ist egal. Aber keine Angst. Anschaffen brauchen sich die Neulinge nicht die genannten Instrumente. Teilweise besteht die Möglichkeit, diese während der gesamten Schulungszeit gegen eine geringe Gebühr auszuleihen.

Interessierte Jungen und Mädchen lädt der Musikverein am Dienstag (25. Februar) um 20 Uhr gemeinsam mit den Eltern zu einem Informationsgespräch in den Probenraum im Obergeschoß des Feuerwehrgerätehauses ein. Soweit schon Musikinstrumente vorhanden sind, sollten diese mitgebracht werden.

Was die Übungsstunden kosten und wann sie stattfinden werden, soll dann geklärt werden. Erfahrungsgemäß treten die Nachwuchsmusiker schon nach einem halben Jahr erstmals auf. Doch bis sie voll im Musikverein integriert sind, dauert es noch drei Jahre.


Es stellte sich heraus, daß ein unverbindlicher Informationsabend für die Eltern und die Kinder eine hervorragende Gelegenheit bot, eventuelle Fragen zu klären und die Musikwünsche durchzusprechen. So wurden erste Kontakte geknüpft, wobei die Jungen und Mädchen die gewünschten Instrumente in die Hand nehmen konnten und manch einer ließ es dann auch nicht mehr aus den Fingern und probte gleich die ersten Töne.

Dieter Wolf übernahm die Schulung der Blechbläser und Willi Kuhlmann unterrichtete in dieser Nachwuchsgruppe die Klarinetten. Später übernahm Susanne Finnemeier, die als Nachwuchsschülerin aus dieser ersten Gruppe stammt, die Ausbildung der Klarinetten. Kurt Köppert aus Warendorf probte die Schlagzeuger ein und Jutta Ackermann war zuständig für die Querflöten. So mußte in den drei Jahren alles durchgenommen werden, was für das Spielen eines Instrumentes wichtig ist, d.h. insbesondere Instrumentenkunde, Hörerziehung und auch trockene Theorie.

Um den Erfolg der Proben den Eltern, aber auch dem Publikum zu präsentieren, wurde so weit es möglich war, den Jungbläsern die Möglichkeit gegeben einige eingeübte Stücke zu spielen. Auf dem letzten Konzert in der Reithalle wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wozu eine Nachwuchsgruppe fähig ist. Sind die drei Jahre geschafft, so ist für den Verein und die Nachwuchsmusiker das Ziel der Ausbildung erreicht.

Beim 100-jährigen-Bestehen ist bereits die dritte Gruppe unter der Leitung von Dirigent Dieter Wolf integriert und der Erfolg gibt dem Verein Recht, daß es auch weiterhin nur ein Ziel in dieser Richtung geben kann, daß da heißt:

Junge Menschen an die Musik heranzuführen.

Mit dem Wachsen des Vereins entstand das Problem, daß der Probenraum, der sich zu dieser Zeit noch im Untergeschoß des Feuerwehrgerätehauses befand, zu klein geworden war. Es mußte eine Lösung gefunden werden, wie dieser nicht tragbare Zustand gelöst werden konnte. Ein erstes Gespräch mit dem Wehrführer Günter Pohlschmidt wurde geführt, ob der im oberen Stockwerk gelegene Raum überhaupt zu nutzen sei. Diese Idee hatten allerdings die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr auch schon einmal, scheiterten aber an der Ablehnung der Kreisbaubehörde wegen mangelnder Tragfähigkeit der Decke. Daraufhin besprach der Vorstand des Musikvereins mit der Stadt Sassenberg diese Angelegenheit, die einen Übungsraum im Keller der Grundschule anbot. Durch die niedrige Deckenhöhe war eine klangvolle Akustik nicht gegeben. Die erforderlichen Umbauarbeiten durch eine Akustikfirma hätte hohe Kosten verursacht. Die Stadt Sassenberg erklärte sich bereit, das Problem zu prüfen. Ein offenes Ohr fand man bei Baronin Ludwiga von Korff, die sich sehr einsetzte und die Ratsmitglieder davon überzeugte, dass bei den Vereinen, die sich an diesem Projekt beteiligten, viel Jugendarbeit geleistet wird, die es zu unterstützen gilt. Irrtümlich tauchte dann zunächst einmal ein Kostenvoranschlag in Höhe von 110.000,- DM auf, der jedoch die Eigenleistung der beteiligten Vereine nicht berücksichtigte und somit erst eine ablehnende Haltung hervorrief. Erst als eine Eigenleistung von 60.000,- DM veranschlagt wurde folgte eine beschlussfähige Ratsvorlage durch Stadtdirektor Heinz Schwienheer. In der Zwischenzeit hatte auch die Kreisbaubehörde "Grünes Licht" gegeben. Am 03.08.1987 lag früher als erhofft, die schriftliche Baugenehmigung vor, so dass mit den Arbeiten bereits fünf Tage später begonnen werden konnte.

Nachdem das Fundament gelegt worden war, konnten die Grundsteine sowohl durch August Budde als auch von den einzelnen Vereinsvertretern gelegt werden.

Die ersten Steine waren gelegt, es konnte mit der Arbeit im vollen Umfang begonnen werden. Zwar dauerte es noch einige Zeit bis die letzten Sparren auf dem Dach waren, um so heiterer konnte aber das Richtfest stattfinden, wozu Dieter Wolf noch die passenden Töne fand.

Heute können alle Vereine stolz sein auf diesen wunderbaren Übungsraum, der mit einem dreitägigen Fest eingeweiht wurde.

Dass ein Jubiläumsfest mit viel Arbeit verbunden ist versteht sich von selbst. Planen, organisieren und informieren alles will bedacht sein. Um so wichtiger ist daher das Zusammenspiel aller und dies nicht nur während des Musizierens. Dass dieser Zusammenhalt im Verein gegeben ist, belegen die vielen Feste, die gefeiert wurden und werden. Tagesausflüge, Kutschfahrten mehrtägige Touren, Weihnachtsfeiern usw.. Es wurde schon vieles gemeinsam unternommen.

Da der Musikverein nicht nur unter sich feiert, sondern auch mit Freunden und Bekannten aus Füchtorf und Umgebung werden Feste, wie das 75-jährige-Bestehen immer im Programm zu finden sein. Aufgrund der hervorragende Kulisse, die das Schloss Harkotten bietet, entschied man sich auch für das 85. Gründungsjahr den Schlosshof zum Konzertsaal umzugestalten.

Der Füchtorfer Organist und Musikpädagoge Walter Schulin, Dirigent des Vereins seit 1979 und der erste Vorsitzende, Manfred Pohlschmidt waren für das Gelingen der Feier mitverantwortlich. Wie auf dem Foto zu sehen ist, waren die Gastgeber sowie die Mitglieder vollstens zufrieden.

1982 übernahm Dieter Wolf aus Glandorf die musikalische Leitung des Musikvereins. Er ist Berufsmusiker an den städtischen Bühnen in Münster, wodurch die Füchtorfer Hobbymusiker aus seiner beruflichen Erfahrung profitieren konnten. Dies schlug sich besonders auf dem Fest zum neunzigsten Bestehen und den folgenden Konzerten nieder.

Da die Schlossanlagen der Familie von Korff nicht mehr genügend Platz bot, wich man auf den Schützenplatz aus, der mit dem neuen Podium eine sehr gute Akustik für Kapellen und Spielmannszüge bot.

Wie es bei allen Festen üblich ist, darf auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Es finden sich immer günstige Momente für eine kühlende Erfrischung.
Vor 5 Jahren entschied man sich für ein Frühjahrskonzert im Saal Biedendieck-Hiltermann, weil das 1986 zum letzten Mal gegebene Platzkonzert anlässlich des 1. Mai-Tages nicht mehr genügend Resonanz fand. Diese Ersatzveranstaltung erwies sich als Publikumsmagnet, bei der in einem ausverkauften Saal mit über 200 Zuhörern neue und altbekannte Stücke vorgetragen wurden.

Es trat wieder das Problem des Platzmangels auf. Der Saal war nicht mehr ausreichend, als zwei Jahre später ein neues Frühjahrskonzert gegeben werden sollte. Ein genügend großer Raum für die Kapelle und die Zuschauer musste gefunden werden. Als eine der wenigen Möglichkeiten kam die Reithalle in Betracht. Jedoch war zu Beginn Skepsis geboten, denn eine Halle will erst einmal gefüllt sein.
Die ersten behördlichen Hürden wurden genommen. Jetzt musste in viel Eigeninitiative die Reithalle geschmückt und hergerichtet werden. Resultat: Die Halle war am 08.05.1993 in einen Konzertsaal verwandelt, der richtige Rahmen für den gelungenen, ausverkauften Musikabend.

Beflügelt von diesem Erfolg in der Reithalle wurde auch das dritte und somit schon fast traditionelle Frühjahrskonzert in diesen Räumlichkeiten durchgeführt.

Dazu die ´Glocke´ vom 08.05.1995

Musikalischen Bogen von Polen bis nach New York gespannt

F ü c h t o r f. Restlos ausverkauft war die Füchtorfer Reithalle am Samstag. Allerdings stand nicht etwa ein Reit- und Springturnier auf dem Programm. Der Füchtorfer Musikverein hatte zu seinem dritten Frühlingskonzert zum zweiten Mal in die Reithalle geladen. "Bei unserem ersten Konzert war der Saal einfach zu klein geworden," sagte Leiter Dieter Wolf.

Auch dieses Frühlingskonzert hatte der Musikverein unter ein Motto gestellt, in diesem Jahr war man "mit Blasmusik in die weite Welt" unterwegs. Damit die Reise nicht nur von den musikalischen Qualitäten des Musikverein mit seinen fast 50 Musikern unter Stabführung von Dieter Wolf gestaltet wurde, hatte man mit Klaus Hölscher eine bekannte Frohnatur verpflichtet, der mit Witz und Charme durch das Programm zu führen verstand. Zunächst aber konnte der erste Vorsitzende des Musikvereins, Josef Lienker, alle Gäste herzlich begrüßen, besonders Ehrenmitglied Ferdinand von Korff (sen.).

Dann aber ging es los auf Weltreise. Den Auftakt machte der Liedermarsch "In die weite Welt", ein Fahrtenlieder-Potpourri von W. Lange schloß sich an. Erste Station der Weltreise war England, das sich mit einigen Volksweisen präsentierte, bevor man nach Belgien gelangte. Im Zeichen des vereinten Europas intonierte der Musikverein die Eurovisionsfanfare, bevor britisch-traditionell der Huldigungsmarsch "Pomp and circumstance" zu Ehren der britischen Königin erklang.

Aber auch in Amerika machte man Station. Höhepunkt dort war der musikalische Besuch New Yorks mittels Frank Sinatras gleichnamigem Welthit. Nach der Pause zog es die Musiker wieder Richtung Heimat. Bei einer Zwischenstation in Österreich überzeugte man mit Johann Strauß Vaters "Radetzkymarsch", brasilianische Samba Rhythmen präsentierten Schlagzeuggruppe und Band des Musikvereins. Weitere Stationen auf der Weltreise waren Rußland und Polen, bevor man grenzüberschreitend die Europahymne Ludwig van Beethovens spielte. Was aber wäre eine Reise ohne die Rückkehr in die Heimat? So bildete das "...wer einmal in Füchtorf war..." den Abschluß der Tour.

Wir können nur hoffen, daß Sie sich einen kleinen Eindruck davon verschaffen konnten über das, was in den vergangenen einhundert Jahren passiert ist. Vielleicht können wir Sie auch in Zukunft musikalisch überraschen. Obwohl hier nur die großen Ereignisse in unserem Vereinsleben präsentiert wurden, wird es auch weiterhin unsere Aufgabe sein die Feste durch Musik zu begleiten und die Stimmung zu heben, denn wir spielen nicht nur zu unserem eigenen Vergnügen. Sie finden uns nach wie vor auf Schützenfesten, Hochzeiten, Geburtstagen, Prozessionen usw..

Neben Anton Heuer als Gründer waren Josef Pohlschmidt und sein Bruder Albert erste Vorsitzende des Vereins, sowie Willi Versmold, Manfred Pohlschmidt und Josef Lienker. Seit 2004 ist Ludger Wöstmann der Repräsentant des Musikzugs. Musikalischer Leiter ist heute Alexander Justus aus Sassenberg.

 

 

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